Wir leben ökologisch auf Kredit

Medienmitteilung

Wir leben ökologisch auf Kredit

Der ökologische «Scheitelpunkt» der Schweiz fiel 2026 bereits auf den 11. Mai. Würden alle Menschen so leben wie wir, bräuchte es rund 2,8 Erden. Die Folgen unseres Ressourcenverbrauchs werden auch bei uns immer sichtbarer – durch Extremwetter, Naturgefahren und den Verlust von Lebensraum.

Wir leben ökologisch auf Kredit

Volker Marterer, Glarus, Glp Glarus (Mitte)

Die Ursachen liegen im hohen Konsum, unserem Mobilitätsverhalten, der zunehmenden Digitalisierung sowie im stetig wachsenden Wohnflächenverbrauch. Besonders problematisch ist die Entwicklung im Bausektor: Während wir über Energieeffizienz sprechen, werden durch Abrisse grosse Mengen gebundener CO₂-Emissionen und wertvoller Ressourcen vernichtet.

1960 lag die Wohnfläche pro Kopf in der Schweiz bei rund der Hälfte des heutigen Werts. Heute beansprucht eine Person durchschnittlich 46–47 m² Wohnfläche – Tendenz steigend. Der steigende Flächenverbrauch lässt sich nicht auf einzelne Bevölkerungsgruppen reduzieren. Viel wichtiger ist ein verantwortungsvoller Umgang mit Boden, Wohnraum und bestehender Infrastruktur.

Wir brauchen eine Politik, die nachhaltige Entwicklung mit wirtschaftlicher Vernunft verbindet: nachhaltige Konzepte für Energie und Infrastruktur, einen sorgfältigen Umgang mit Landreserven sowie den Schutz unserer Kultur- und Naturräume. Wachstum darf nicht auf Kosten unserer Lebensgrundlagen stattfinden.

Aus meinem Berufsalltag weiss ich, wie wichtig Verantwortung, Koordination und tragfähige Lösungen sind. Zwischen Planern, Handwerkern, Behörden und Bauherrschaften müssen Interessen zusammengeführt und Kompromisse gefunden werden. Genau dieses Wissen möchte ich im Landrat einbringen.

Ich bin überzeugt: Jede Intervention in unsere Landschaft, unsere Dörfer und unseren Lebensraum muss einen ökologischen oder ökonomischen Mehrwert schaffen. Entwicklung darf nicht beliebig sein. Sie soll unsere lokalen Traditionen respektieren, Bestehendes sinnvoll weiterdenken und verantwortungsvoll mit Ressourcen umgehen. Nachhaltigkeit bedeutet für mich nicht Verzicht, sondern Qualität, Weitsicht und Verantwortung gegenüber kommenden Generationen.

Denn alles, was wir heute bauen, entscheiden und erhalten, prägt den Lebensraum von morgen.

Volker Marterer Dip. Ing. Architekt Glarus