Politkolumne: Steuern – leidig, aber wichtig für die Zukunft

Medienmitteilung

Politkolumne: Steuern – leidig, aber wichtig für die Zukunft

Christian Zehnder, Mitglied Vorstand, Mollis: Steuern sind doppelt unangenehm. Zuerst die Arbeit mit der Steuererklärung, und dann die schmerzliche Rechnung. Es gibt aber noch eine weitere Dimension.

Steuern – leidig, aber wichtig für die Zukunft

Steuern sind doppelt unangenehm. Zuerst die Arbeit mit der Steuererklärung, und dann die schmerzliche Rechnung. Es gibt aber noch eine weitere Dimension. Eine Gemeinde, deren Bewohner und Firmen gute Einkommen erwirtschaften, kann es sich erlauben, tiefe Steuersätze zu erheben, um ihre Aufgaben zu finanzieren. Der tiefe Steuersatz zieht neue Gutverdiener an, was zusätzliche Steuersenkungen ermöglicht. Solche Gemeinden können sich attraktive Infrastrukturen leisten, sie befinden sich in einer generellen Aufwärtsbewegung. Beispiele hierfür sind die Gemeinden in den Kantonen Schwyz oder Zug. Umgekehrt verscheucht ein hoher Steuersatz gute Einkommen. Um ihre Infrastrukturen zu finanzieren, müssen diese Gemeinden ihre Steuersätze über die Zeit erhöhen. Damit wird das Einkommen der Leute aber nicht besser. Im Gegenteil, Leute mit guten Einkommen ziehen weg oder gar nicht erst zu. An diesen Orten können Investitionen in Infrastrukturen nur schleppend finanziert werden. Sie hinken den Bedürfnissen der Bevölkerung hinterher. Die Aussichten in Glarus Nord zum Beispiel sind besonders düster. Nicht, weil es an Willen oder Ambitionen fehlen würde – im Gegenteil. Aber die wirtschaftliche Realität ist hart: Zukünftige Investitionen in Infrastruktur, Entwicklung und öffentliche Aufgaben treiben den Schuldenstand weiter in die Höhe. Steuersenkungen sind faktisch ausgeschlossen, es entsteht eine gefährliche Spirale. Der Standort wird relativ gesehen unattraktiver und Wachstum bleibt aus oder verlagert sich, während die Last auf einer begrenzten Steuerbasis ruht. Interaktive Steuervergleiche zeigen, dass rund um Glarus Nord zahlreiche Gemeinden mit deutlich tieferen Gesamtbelastungen locken, gerade in typischen Pendler- und Familiensegmenten. Wer mobil ist, kann mit wenigen Kilometern Distanz tausende Franken an Steuern sparen – bei unverändertem Arbeitsplatz und ähnlicher Lebensqualität. Wer bleibt, zahlt. Eine Verbesserung der Perspektiven lässt sich nur mit einer harten Überprüfung der anstehenden Aufgaben nach Prioritäten erreichen. Ob der Betrieb einer Wellness Oase beispielsweise eine öffentliche Aufgabe ist, ist mehr als fraglich. Leider wurde diese Frage von der Politik längst positiv beantwortet. Nun gilt es, weiteren Schaden zu verhindern. Künftige Begehrlichkeiten an die öffentliche Hand sind genaustens zu prüfen um im Zweifelsfall zurückzuweisen. Die Politik ist gefordert, mutig zu sein, und es den Einwohnerinnen und Einwohnern zu überlassen, welche Angebote sie mit ihren Eintritten finanzieren wollen, und welche nicht. 2026 ist ein Superwahljahr für den Kanton Glarus. Bitte wählen Sie Personen in die Räte, welche das Steuerthema oben auf ihrer Agenda haben.